Archive for Januar 2008
Sünde! Schwärtelbraten vom Schweinebauch mit Knochen

Foto: Scholli2000
Gut, dass wir vor ein paar Tagen über meine Gewichtszunahme durch das Kochbloggen gesprochen haben.
Weil ich aber heute an Weiberfastnacht arbeite und daher auf die karnevalistische Art nicht kann, musste ich gestern durch fettreiche Nahrung sündigen.
Es war mehr ein Experiment, weil ich das noch nie gemacht hatte.
Jetzt möchte ich nur noch wissen, wie ich den ekligen Gestank von verbranntem Fett wieder aus dem Haus bekomme.
Der Braten schmeckte nichtsdestotrotz okay. Obwohl ich das verbliebene Fett großzügig herausgeschnitten habe, konnte ich spüren, wie sich mein Herz ob des sich erhöhenden Infarktrisikofaktors ängstlich zusammenzog.
10 comments 31. 1. 2008
Salade Niçoise independente (Salade Scholli deux milleoise)

Foto: Scholli2000
Heute haben wir im Büro einen Zettel von einem Pizzalieferdienst bekommen. Darin war ein sehr schönes Foto von einem Salat. Natürlich hatte das Foto nichts mit der Speisekarte zu tun, salade nicoise gab es überhaupt nicht! Aber der Nostalgieschalter war umgelegt. So einen Nizzasalat hatte ich nämlich mit meinen Schulkameraden zuletzt im Französischunterricht in der Schule gemacht und seither bohrte eine Sehnsucht in mir, mich einmal allein an ihm zu versuchen. Zumal mein Conran-Kochbuch auch ein fast so schönes wie das vom Pizzamann Foto enthält, das jedesmal, wenn ich beim Blättern darauf stieß, neues Öl in die Flammen der Sehnsucht goß.
Da ich noch einen Riesenhaufen Feldsalat im Kühlschrank hatte, habe ich beschlossen, diesen als grüne Grundlage für meinen Scholloise zu nehmen. Das hat sich bestimmt noch kein Nizzaer getraut. Aber wozu kocht man sonst independently?
Hier das einfache Rezept:
- Einen Teller großzügig mit gut geputztem Feldsalat bedecken. Dazu kommen in beliebiger Reihenfolge
- geachtelte reife Tomaten,
- Eierfünftel,
- Sardellenfilets,
- Kapern,
- schwarze Oliven,
- kurz in kochendem Wasser gedingsbumste grüne Bohnen (hatte ich nicht, weil sie mir zu teuer waren),
- Thunfischfilets,
Zwiebeln und am Ende- Olivenöl und nach Geschmack ein bisschen Weinessig sowie
- Pfeffer und Salz darüber. Voilà.
Sommerlich frisch und lecker! Genau das Richtige für die fünfte Jahreszeit.
Am Ende war noch sehr viel übrig.* Dieses habe ich unter Zellophan in eine Schüssel getan. Ich hoffe, es schmeckt morgen noch, wo doch Feldsalat so schnell welk wird. Sonst mach ich einfach sowas (Lautsprecher einschalten :-).
*Man wies mich eben darauf hin: Das könnte die Wende für meine Gewichtsentwicklung bedeuten. Es sind noch Reste da!
6 comments 28. 1. 2008
Kühlschrank
Der Mann vom Maisorant machts*. Barbara machts nach und ruft uns dazu auf, es ihr gleichzutun. Dann muss es ja okay sein.
Ich bin also dabei, wennauch der Großteil meines Kühlschrankinhalts aus einem blau-orangenen Discounter stammt und nicht gar so interessant ist.

Vielleicht findet hierin jemand den Grund für meine seit dem Kochbloggen aus heiterem Himmel sich vermehrenden Kilos.
*Und Fridgeman hat sich sogar ausschließlich dem Thema gewidmet. Wie ich gerade in seinem Kommentar bei Barbara lese, wurde er wiederum von hier, die ihrerseits vom Fridgeman berichteten, inspiriert.
20 comments 21. 1. 2008
Moussaka, Mousakas, Musaka, Mussaka, μουσακάς, Мусака für Arme

Foto: Scholli2000
Das oben genannte Gericht beeindruckt nicht nur durch eine Vielzahl von Schreibweisen, es schmeckt auch voll toll. Nachdem ich im Text zu Bollis Auberginenlasagne den Verweis auf ein Moussaka-Rezept gelesen hatte, war’s um mich geschehen.
- Rindergehacktes in Olivenöl anbraten,
- Gewürfelte Zwiebeln und zerdrückten, gepressten (oder für Lafer-Fans fein gegeschnittenen) Knoblauch dazugeben.
- Tomatenmark zugeben und mit Wasser auffüllen.
- Mit Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel und ein bisschen Zimt würzen.
- Auberginenscheiben in Öl goldbraun anbraten,
- Kartoffelscheiben ebenfalls braun anbraten.
- In einer Auflaufform die Zutaten in Schichten ablegen:
- Kartoffelscheiben, Hackmasse, Auberginenscheiben, Hackmasse.
Als Abschluss wird normalerweise zuletzt eine fette Bechamelsauce mit Ei darübergestrichen und mit Käse bestreut.- Ich hab’s aus Zeitnot anders gemacht (das schmeckte auch, aber die Bechamelvariante ist besser):
- Mein geliebtes Tütenkartoffelpürree nach Packungsangabe aber mit weniger Wasser angerührt und über den Auflauf gestrichen.
- Der Moussaka wird im Backofen bei ca. 180°C gebacken. Je nach Garzustand und Dicke der Kartoffelscheiben kann es durchaus eine Stunde dauern, bis der Auflauf fertig ist.
Heute Abend geht’s an den Rest. Vielleicht sogar mit Bechamelsauce. Dann gibt’s hier natürlich ein Update. :-)
6 comments 17. 1. 2008
Einfacher Heringsauflauf (gut und billig)

Foto: Scholli2000
Ich muss nach Hause! Dringend!
Gestern habe ich mir nämlich einen Heringsauflauf gemacht, der sowas von lecker ist! Da ich mich gestern mit Essen zurückhielt, weil der Auflauf erst um 21.00 Uhr fertig war, darf ich heute die übrigen Zweidrittel essen! Yeah!
So einfach geht der Auflauf:
- Eine Packung Supermarktkühlregalmatjes (300g) * öffnen. Den Fisch abspülen und horizontal in schmale Streifen schneiden.
- 2-3 große Zwiebeln in Scheiben schneiden und glasig dünsten.
- Ca. 1 Pfund Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden.
- Eine Auflaufform mit Butter einreiben und erst die Hälfte der Kartoffeln, dann Zwiebeln und Matjes und am Ende wieder Kartoffeln schichtweise einfüllen (einfüllen? Ist das das richtige Wort? Ich meine reintun, aber das klingt noch schlimmer.)
- Pfeffern und je nach Salzgehalt der Matjesfilets moderat salzen (ich habe das Gericht einmal fies versalzen, seitdem bin ich sehr vorsichtig).
- Ganz zum Schluss kommt eine gute Lage Paniermehl (z.B. Toast im Mixer zerkleinern) mit einigen Butterflöckchen oben drauf.
- Bei 180°C im Backofen etwa 1 Stunde garen.
Als Vorlage diente mir dieses Rezept. Für meinen Geschmack war der Fischanteil im Originalrezept etwas zu hoch, daher dominieren in meiner Version die Kartoffeln.
Wie Ihr meinem Kommentar bei Chefkoch.de entnehmen könnt, kenne ich das Rezept seit 2005. Seitdem überwältigt mich die Sehnsucht nach dem tollen Geschmack mindestens quartalsweise.
*Ich habe Supermarktmatjes verarbeitet. Weil nicht gerade Matjeszeit ist, ist das independentkochmäßig voll okay. Zumal zumindest der milde niederländische gar nicht wirklich frisch zu haben ist:
Zum Schutz vor fischschädigenden Nematoden schreiben die Niederlande eine Tiefkühlung von mindestens –45 °C vor dem Einsalzen vor. Dadurch können Matjes auch unabhängig von der Jahreszeit produziert werden. (Wikipedia)
Je nach Salzgehalt kann (bzw. sollte) man den Fisch vor der Weiterverarbeitung wässern oder in Milch legen.
12 comments 8. 1. 2008
Alltag mit Estragon
Das wäre geschafft. Die Feiertage sind vorüber und jetzt ist wieder Indiekochen angesagt!
Allerdings habe ich heute noch kein Rezept zu besprechen, sondern mein zweitschönstes Weihnachtsgeschenk. Das sieht so aus:

Foto: Scholli2000
Dabei handelt es sich um einen Instantminikräutergarten im Karton. Zum Lieferumfang gehörten neben dem Karton Blumenerde, Plastikfolie und Estragonsamen. Ich bin zwar nicht sicher, ob ich alles korrekt zusammengesetzt habe, aber bisher hat es funktioniert.
Nach jetzt etwa zwei Wochen sprießen meine Pflänzchen schon ganz manierlich. Ich hoffe, dass ich sie bis zum Erntestadium bringen kann. Aber egal, ob’s klappt (zur Not könnte ich auch vertrockneten Babyestragon verarbeiten) – es ist auf jeden Fall eine lustige Idee und Estragon fehlt in meinem Außenkräutergarten.
Aus dem Bereich Kräuter kam auch die Anfrage von Jens an „Scholli2000 antwortet“. Er fragte, wo man frischen Thai-Basilikum bekommen könne. Da ich solchen noch nie gekauft habe, habe ich mit Google versucht einen Anbieter zu finden. Das hatte Jens sicher auch schon und erwartungsgemäß fand sich kein Lieferant für frische Ware. Dafür fand ich aber Anbieter von Samen der verschiedensten Küchenkräuter zu annehmbaren Preisen.
Bei einem Erfolg des Estragonexperiments werde ich also schon bald auch weitere Kräuter inklusive Thai-Basilikum auf der Fensterbank anbauen. Danke dafür an Jens! Und natürlich an Eva, die mir den Kartongarten schenkte.
7 comments 5. 1. 2008




