Schweinefleisch süß-sauer aus dem Wok

28. 11. 2007 at 15.01 6 Kommentare

Schweinefleisch süß-sauer
Foto: Scholli2000

Die Quellenlage ist nicht ganz eindeutig, ob Schweinefleisch süß-sauer nun wirklich authentisch chinesisch ist oder nicht. Egal, es schmeckt lecker und zum gemeinsamen Kochen hatte sich mein Brüderchen das Gericht gewünscht.

Und so geht das (das Rezept ist eine Mischung aus diesem Rezept und einem Meine-Familie-und-ich-Rezept, nach dem ich das Gericht schon seit Jahren koche:

Zunächst wird der Reis aufgesetzt, dann das Schweinefleisch (Filet/Lende) frittiert und danach das Gemüse und die Süß-sauer-Soße zubereitet.

Reis

  • Basmatireis mache ich immer idiotensicher als Quellreis. Dazu gibt man eine Tasse Reis pro Person in einen Topf und die doppelte Menge kaltes (!) Wasser und Salz.
  • Das Ganze wird erhitzt. Sobald das Wasser sprudelnd kocht, wird die Herdplatte ausgeschaltet. Der Rest geht von allein. Nach zwanzig Minuten ist der Reis fertig und fast immer perfekt.

Während der Reis gart, kann man das

Schweinefleisch frittieren

  • Das Schweinefilet (werktags sind auch minderwertigere Teile erlaubt) wird in mundgerechte Stücke geschnitten.
  • Ein mit der Gabel zerkleppertes Ei wird mit 4 EL Wasser, ebensoviel Stärke und etwas Salz verrührt.
  • Zum Frittieren wird hitzebeständiges Öl im Wok erhitzt. Es reicht, wenn der Boden zwei bis drei Zentimeter mit Öl bedeckt ist
  • Die Fleischstücke werden durch die Eimischung gezogen und im heißen Öl goldbraun frittiert.
  • Bis das Gericht fertig ist, kann man das Fleisch warmstellen. In unserem Fall kam es in den Backofen mit Höhensonne (Infrarotgrill auf 80°C).
  • Für den nächsten Arbeitsgang befindet sich nun zuviel Öl im Wok. Überflüssiges wird abgegossen. Natürlich nicht in den Ausguss, sondern (durch ein Sieb) in ein Gefäß, damit man es später nochmal verwenden kann.

Jetzt geht’s ans

Gemüse-Pfannenrühren

Das Pfannenrühren im Wok erfordert es, alle Zutaten für die Verarbeitung vorzubereiten, weil es recht schnell gehen muss. Aber keine Angst! Im Gegensatz zur Panikmache im obigen Link, glaube ich nicht, dass das Gericht gleich misslingt, nur weil man etwas zu langsam ist. Man muss allerdings aufpassen, dass nichts anbrennt, denn gegart wird auf der höchsten Stufe und somit ist es unten im Wok sehr heiß.

Vorbereiten

  • 2 Paprika (grün, rot), 2 Möhren, 1 große Zwiebel, 1 Bund Lauchzwiebeln in Streifen bzw. Ringe schneiden.
  • Eine gute Hand voll Ananasstücke entweder aus der Dose nehmen oder eine frische Ananas in Stücke schneiden (wir hatten selbst eingefrorene Stücke, das ging auch gut.)
  • Knoblauch und Ingwer sehr fein würfeln.
  • Für die Soße je 3 Esslöffel Tomatenmark, Essig, Sojasauce und Ananassaft mit 1-2 EL Zucker, 1 EL Wasser, 2 EL Sherry und 1 EL Stärke mischen.

Garen

  • In das heiße Öl im Wok wird jetzt der Ingwer und das Knoblauch gegeben und gleich hinterher
  • das Gemüse. Man fängt am besten mit der Paprika an, die braucht am längsten zum Garen. Die ganze Zeit wird das Gemüse mit einem großen Löffel oder Pfannenwender wild bei hoher Hitze herumgewirbelt (pfannengerührt).
  • Wenn das Gemüse gar, aber noch knackig ist, wird die vorbereitete Soßenmischung dazugetan. Durch die Stärke entsteht sofort eine schleimige Bindung.
  • Danach wird alles abgeschmeckt mit Sojasauce, Sesamöl und je nachdem mit Gewürzen, die man gerade hat.

Süßsauer angerichtetAm Ende richtet man alles schön auf dem Teller an: Reis (der ist inzwischen fertig), Gemüse und obendrauf frittierte Fleischstücke.

Weil das Reinigen des Gusseisenwoks immer so viel Arbeit macht, werde ich in den nächsten Tagen weitere Gerichte darin kochen – ohne Zwischensäuberung unter Verwendung des Rests vom Vortag. So lohnt sich der Aufwand des Saubermachens und die Kruste im Wok wird immer aromatischer. Natürlich kann man das nicht ewig so weitermachen, aber drei Tage sind schon drin, wenn nicht gerade Hochsommer ist. :-)

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6 Kommentare Add your own

  • 1. Bolli  |  3. 12. 2007 um 14.37

    Deine Gerichte sehen ja alle toll aus….Bin schon unterwegs!

    In KÖln habe ich einen Nachbarn, Moi, der ist Indonesier und kocht ganz toll….JedesMal, wenn ich mal im Lande bin, kocht er für mich Ayam smorr……

    Antwort
  • 2. scholli2000  |  3. 12. 2007 um 23.10

    Von Köln in die Eifel ist ja nicht weit. ;-)

    Ayam smorr sagt mir allerdings gar nichts. Zum Glück kann ich meine indonesische Lieblingsköchin Nana fragen.

    Zum Glück wohnt Moi nicht in Frankreich. Er muss sich sicher viele Witze anhören. Moi kocht gut! Moi aussi.

    Bitte verzeih die Albernheit. Manchmal finde ich unlustige Witze wahnsinnig lustig, weil ich sie zunächst für witzig hielt. Also eigentlich nicht die Witze sondern eher meine unglaubliche Blödheit, überhaupt gedacht zu haben, so ein doofer Witz könne witzig sein. Verstehst Du, was ich meine? Nein? Das spricht für Dich. :-)

    Antwort
  • 3. Esha  |  6. 9. 2010 um 17.42

    Die Bilder sehen richtig lecker aus. Da muss man auf den Gedanken kommen, das Rezept einfach nachzukochen! Danke für das Rezept und den tollen Artikel!

    Antwort
  • 4. scholli2000  |  25. 9. 2010 um 21.42

    Vielen Dank, Esha! Dein Restaurant sieht auch ganz schön lecker aus. :-) Ich hoffe, ich komme demnächst mal nach München!

    Antwort
  • 5. Guido  |  12. 12. 2012 um 20.42

    tolles Rezept, habe es gleich mal nachgekocht, noch ein Paar Bambussprossen hinzugefügt- echt einfach und lecker
    Danke dafür:)
    Mit dem Ingwer bin ich vielleicht zu vorsichtig- wie viel Ingwer nimmst Du für Dein Rezept?
    LG Guido

    Antwort
    • 6. scholli2000  |  27. 12. 2012 um 23.10

      Danke für das Lob! Ich nehme ca. ein bis zwei Teelöffel gehackten Ingwer.

      Antwort

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