Pseudo-Sachertorte

13. 4. 2008 at 11.58 17 Kommentare

Sachertortenversuch
Foto: Scholli2000

Wo ich gerade bei Jutta las, dass man Kuchenformen nicht braucht, die einen Kuchen unregelmäßig aufteilen, möchte ich hier den Beweis für diese Aussage liefern, den ich zufällig vor ein paar Tagen produziert habe.

Weil ich nämlich meiner vielen Eier nicht Herr wurde, hatte ich die Idee, mich ein zweites Mal an einer Sachertorte zu versuchen. Der erste Versuch hatte erst am Weißen Sonntag zu einem schmackhaften Ergebnis geführt, das aber mehr mit einem profanen trockenen Schokokuchen mit Glasur zu tun hatte, als mit der gewünschten Wiener Spezialität.

Nun, mein diesmaliges Ergebnis ist wieder nicht unlecker gewesen, aber auch noch nicht perfekt. Ich glaube, dass es daran lag, dass kein Triebmittel verwendet wurde, sondern Eischnee aus 8 Eiern, den ich unter mit Zucker, Kakao und Mehl schaumig gerührtes Eigelb heben sollte. Diese Eigelbmasse war so fest, dass mit Unterheben nicht viel zu erreichen war. Wahrscheinlich hätte ich sie besser erst mit ein bisschen Wasser verflüssigt, aber der Eischnee war schon in der Schüssel und so musste ich den Handrührer zuhilfe nehmen. Tja. Handrührer sind nicht gerade behutsam, wenn es um die Wahrung der fluffigen Eischneekonsistenz geht.

Hier eine Detailaufnahme des Ergebnisses:

Detailaufnahme. Beachten Sie die Blase oben rechts. Trotz der Suboptimalität der Teigbeschaffenheit habe ich mich getraut, die Pseudosachertorte meiner Oma und einer ihrer Nachbarinnen vorzusetzen. Immerhin: sie aßen beide jeweils zwei Stücke und behaupteten, sie schmeckten.

Um aber zum Eingangsthema zurückzukommen: Habt ihr im Titelbild die innovative Stückeeinteilung der Torte bemerkt? So kann sich jeder nach Bedarf und Hunger ein großes oder kleineres Stück aussuchen. Durch das eigenwillige Aufgehverhalten wurde zudem für Abwechslung in der dritten Dimenson (Y-Achse) gesorgt.

Dazu waren keinerlei Zusatzgeräte nötig: nur ein Messer, Scholli2000s unzureichendes Symmetriegefühl und unprofessionell untergehobener Eischnee.

Individuell auf die Bedürfnisse der Esser abgestimmte Stückaufteilung Q.e.d.

Advertisements

Entry filed under: Küche, pseudo, pseudo-österreichisch, Resteverwertung, Rezepte. Tags: , , , .

Waffle and Pancake Map of the Known World S * O * M * M * E * R * P * A * U * S * E

17 Kommentare Add your own

  • 1. Barbara  |  13. 4. 2008 um 19.46

    Also, mir gefällt die sehr gut – vor allem mit diesem dicken Schokoguß drauf, lecker!

    Solche großen und kleinen Stücke mache ich auch gerne, so kann man sagen, ich habe ja nur 2 Stück gegessen – muss ja keiner wissen, dass das die halbe Torte war, das wirkt sonst immer so verfressen… :-)

    Antwort
  • 2. Jutta  |  13. 4. 2008 um 20.03

    Scholli, erstens: Du bist ein Fuchs!
    Zweitens: wieso wirst Du Deiner Eier nicht Herr?
    Drittens: Omas lügen ihre Enkel nicht an, der Kuchen war lecker.
    Viertens: Ich will auch ein Stück, aber bitte das erste Segment der rechten Seite.
    Fünftens: ich finde die Idee, etwaige Unebenheiten der Kuchenoberfläche mit einem Hauch mehr Schokolade auszugleichen, grandios.
    Sechstens: was den Eischnee angeht, ist es nicht schlecht, zunächst ein paar Löffel des Schnees (ca. ein Drittel ) unter die feste Masse zu rühren, damit die Konsistenz weicher wird. Danach lässt sich der Rest des Schnees vorsichtig unterheben.
    Siebtens: fällt mir nix mehr ein, also bis neulich.

    Antwort
  • 3. scholli2000  |  14. 4. 2008 um 10.20

    Barbara, der dicke Schokoguß hat sich vollkommen independent gebildet. In der Mitte der Torte war beim Aufgehen eine Mulde entstanden, die beim Übergießen zu einem Schokoteich wurde. Und ich hab tatsächlich nur zwei Stücke gegessen. Dreimal. :-)

    Danke, Jutta, besonders für den Eischnee-Tipp. Da hätte ich auch mal selber drauf kommen können. Dies zum Thema Scholli = Fuchs.

    Antwort
  • 4. kulinaria katastrophalia  |  15. 4. 2008 um 2.28

    Das Schollistück präsentiert sich immer noch etwas lütt.

    Antwort
  • 5. scholli2000  |  15. 4. 2008 um 12.19

    Ein Glück, dass mein Kollege aus Bremen stammt, sonst hätte ich den Satz gar nicht verstanden, Kulinaria!

    Aber Du hast Recht, sechzehn Stücke sind für einen Kuchen dieser Größe viel zu viele. Zwölf oder vier hätten vollkommen gereicht.

    Antwort
  • 6. Bolli  |  15. 4. 2008 um 14.33

    ist doch ganz okay, oder?!

    Kommt denn überhaupt im Original backpulver rein, bin ich mir gar nicht so sicher!

    Ich weiss nur, dass man fast nur ein Stück davon essen kann, so mächtig ist das…..

    Antwort
  • 7. scholli2000  |  15. 4. 2008 um 16.50

    Wahrscheinlich gab es Mitte des 19. Jahrhunderts noch gar kein Backpulver.* Ich habe ein altes Kochbuch, in dem auch sehr ekzessiv von Eiern Gebrauch gemacht wird, um Gebäck locker zu bekommen.

    * Hier irrt Scholli. Backpulver und Sacher-Torte entstammen etwa derselben Zeit. Wobei allerdings die Vorläufer des Torte eindeutig älter sind und erst ab 1898 wurde Backpulver durch Oetker in Masse produziert.

    Antwort
  • 8. Barbara  |  15. 4. 2008 um 19.32

    Ich finde auch, dass man die Torte in 12 Stücke aufteilen sollte – 16 sind echt zu viel, das schafft doch keiner! 12 gehen locker.

    Aber das mit dem Eischnee ist echt wichtig. 1. dran denken, immer nur in fettfreien Schüsseln schlagen, damit er schön fest wird. Und dann nicht unterrühren, sondern vorsichtig unterheben, am besten mit einem Löffel und gar nicht mit einem Schneebesen. Die erste, von Jutta geschilderte Portion, mit dem Schneebesen.

    Antwort
  • 9. Lizet Kruyff  |  15. 4. 2008 um 21.40

    In de originalfassung van de Sachertorte gaat zeker geen bakpoeder. Vroeger werden er veel meer eieren gebruikt, en vaak ook veel meer eiwitten dan dooiers. Dat helpt enorm bij het rijzen.
    Mag ik het stukje NNW naast oma?

    Antwort
  • 10. sammelhamster  |  16. 4. 2008 um 8.11

    symmetrie ist relativ und liegt immer im auge des betrachters.

    für mich bitte ein verwinkeltes stück mit dicken schokopfützen :-)

    Antwort
  • 11. scholli2000  |  16. 4. 2008 um 9.52

    Also bitte, Barbara. Diese Anfängertipps gehören wirklich nicht hierher! ;-)

    Lizet und Sammelhamster, Ihr kommt leider ein paar Tage zu spät. *kugeldiesichmeinbauchnenntreib*

    Antwort
  • 12. sammelhamster  |  16. 4. 2008 um 11.20

    bitte das nächste mal VORHER bescheid sagen!

    Antwort
  • 13. scholli2000  |  16. 4. 2008 um 11.38

    Mach ich gerne! Wieso bist Du überhaupt online? :-)

    Antwort
  • 14. Barbara  |  16. 4. 2008 um 20.23

    na, gut… ;-)

    Antwort
  • 15. sammelhamster  |  17. 4. 2008 um 7.25

    hab‘ gestern kurz die mittagspause und den arbeitsrechner genutzt (pst ;-).

    aber seit heute nacht geht mein rechner daheim wieder juchhu :-))

    Antwort
  • 16. scholli2000  |  17. 4. 2008 um 9.43

    Du bist ganz bestimmt nicht die einzige, die sich darüber freut, Sammelhamster! :-)

    Antwort
  • 17. sammelhamster  |  2. 5. 2008 um 12.10

    die sachertorte mag zwar lecker gewesen sein, aber inzwischen hab ich sie etwas über :-(

    hoffentlich wird hier bald wieder gegessen!

    oder ist der rechner etwa mal wieder im ausland ;-) ?

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Trackback this post  |  Subscribe to the comments via RSS Feed


Scholli2000 antwortet.

Feeds


%d Bloggern gefällt das: