Hühnerfrikassee klassisch wie bei Mama (oder Oma oder Tante)

25. 9. 2010 at 23.07 11 Kommentare

Hühnerfrikassee mit Reis

Hühnerfrikassee mit Reis, Foto: Scholli2000

Brühen, Brühen, Popühen. Scholli2000 ist seit ein paar Monaten auf dem Brühentrip. Leider bin ich immer noch nicht so gut wie Mutter, aber ich scheine mich auf einem guten Weg zu befinden.

Im Prinzip ist die Sache ganz einfach: Ein Stück Fleisch mit Knochen und Suppengemüse in einem Topf mit kaltem Wasser aufsetzen und stundenlang (ca. 2 bzw. bis das Fleisch schön gar ist) leicht köcheln lassen.

Zutaten der Hühnerbrühe

Zutaten aus der Hühnerbrühe

Aufgrund der langen Zubereitungszeit ist das eher nichts für Feierabendköche, also bietet sich das Wochenende – speziell der Samstag – als Kochtag an. Man kann super spülen, putzen und (ich nicht!) bügeln, während die Aromen aus den Zutaten in die Brühe wandern.

Heute war Hühnerbrühe dran, denn ich hatte letzte Woche auf dem Heimweg von der  Arbeit eine ältere Ausgabe der wunderbaren Radiosendung „Gans und gar“ zum Thema Hühnersuppe gehört, die mir den Mund so wässrig gemacht hat wie meine Brühe dann glücklicherweise überhaupt nicht geworden ist.  („Gans und gar“ läuft samstags auf WDR5 und als Podcast jederzeit.)

Und vorletzte Woche habe ich ein paar Experimente zum Thema „independentes Hühnerfrikassee“ gemacht (ich berichte demnächst mehr).  Da lag die Idee nahe, einen Teil der Suppe für ein klassisches (=dependetes)  Frikassee zu nutzen.

Es klappte und so berichte ich wie folgt:

  • Ein Suppenhuhn,
  • Suppengrün (1 Möhre, 1 Scheibe Sellerieknolle, etwas Selleriegrün, 1 kleine Stange Lauch)
  • 1 Zwiebel – gewaschen mit Schale für eine schöne Farbe
  • in einen Topf mit leicht gesalzenem kaltem Wasser geben (nur leicht salzen, damit der Geschmack vom Huhn in das Wasser geht und nicht umgekehrt)
  • und auf kleiner Flamme 2,5 Stunden köcheln lassen.

Anschließend die Zutaten aus der Brühe nehmen (siehe Foto oben rechts) und die Brühe durch ein Haarsieb gießen. Je nachdem, wie fettig das Huhn war, nicht gewünschtes Fett mit einem flachen Löffel abschöpfen.  Wenn man will, kann man die Brühe jetzt noch ein bisschen reduzieren lassen, um den Geschmack zu verstärken (Helmut Gote oder Johann Lafer würden dazu sagen: reduzieren lassen).

Hühnerbrühe im Topf

So sieht die gesiebte und teilentfettete Brühe im Topf aus.

Jetzt geht’s ans Frikassee:

  • Das Fleisch vom gegarten Suppenhuhn lösen,
  • einen guten Stich Butter in einem Topf zerlaufen lassen (sollte nicht braun werden!) und
  • zwei gut gehäufte Esslöffel Mehl hinzugeben und gründlich vermengen.
  • Die Mehlbutter mit warmer Brühe löffelweise aufgießen und kräftig glattrühren, bis man auf diese Weise etwa einen Liter helle Sauce erzeugt hat.
  • Das Hühnerfleisch und eine gewürfelte Möhre sowie Spargelstücke (müssen aus Dose oder Glas kommen!) hinzugeben.
  • Alles leicht köcheln lassen, bis das Gemüse gar ist.
  • Abschmecken der Sauce mit Salz, Pfeffer, Muskat und ein wenig Zitronensaft.
Suppenhühnerfleisch

Das vom Huhn gelöste Fleisch

Bei uns zu Hause gab’s immer Reis dazu. So auch heute bei mir.

Den Rest der Brühe werde ich einfrieren, so kann ich demnächst ein schnelles Feierabendfrikassee aus Hühnerbrust und ein bisschen Gemüse herstellen.

Und jetzt lasst mich bitte weiterspülen!

Das ist nämlich auch ein Grund, das Gericht lieber an einem Tag zu machen, an dem man ein paar Stündchen Zeit hat: die Nacharbeit! Suppentopf, Haarsieb, ein zweiter Topf zum Sieben, ein dritter Topf für den Reis sowie diverse Teller, Schöpfkellen, Löffel und Schneebesen wurden bei der Kocherei beschmutzt. All das will gespült werden – und zwar von Hand! (Töpfe kommen mir nicht in die Spülmaschine, die nehmen viel zu viel Platz weg und auch mein Sieb verlangt nach Handwäsche, weil es sonst rostet.)

Falls ihr mich heute also wieder nicht in der Disco seht, wisst Ihr, was los ist.

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11 Kommentare Add your own

  • 1. X  |  31. 12. 2010 um 12.37

    dfgdfg

    Antwort
  • 2. Renate Ender  |  7. 4. 2012 um 20.45

    Warum müssen die aus der Dose sein? Die Spargelstücke meine ich. Geht nicht auch extra vorkochen? Frohe Ostern

    Antwort
  • 3. scholli2000  |  28. 4. 2012 um 1.48

    Hallo Renate, ich fürchte, meine Antwort kommt ein bisschen spät. Der Spargel muss aus einer Konserve sein, um meine nostalgischen Bedürfnisse zu befriedigen: bei Mama war’s auch immer so. Dazu gehört auch, dass man die Stückchen auf dem Teller alle penibel raussortiert und Papa gibt. ;-)

    Antwort
  • 4. Joanna  |  8. 12. 2012 um 0.34

    Suuuper Rezept…Blog…. oder wie es Einer auch will… :-) ich komme aus Polen… habe Frikasse paar mal gegessen… doch nicht gewusst, das DAS Frikassee ist… …. jetzt weiss ich… und morgen gibt die Frikassee bei uns:-)) … übrigens: auf polnisch gibt es ein Wort: frykasy als Bezeichnung für was Schönes, Schmackhaftes, Tolles ….vor Allem was Essbarem….
    Liebe Grüsse
    Joanna

    Antwort
    • 5. scholli2000  |  27. 12. 2012 um 23.07

      Danke, Joanna! Dein Kommentar ist total frykasy!!! :-)

      Antwort
  • 6. Sabrina  |  28. 3. 2013 um 13.02

    Tolles Rezept :D GENAU so habe ich das Hühnerfrikassee vor Jahren von meiner Mutter gelernt und bin sehr begeistert davon :D

    Antwort
  • 7. scholli2000  |  6. 4. 2013 um 20.56

    Was wären wir nur ohne unsere Mamas! Hm, wenn ich so darüber nachdenke, wahrscheinlich bliebe wohl nicht besonders viel von uns übrig. :-)

    Antwort
  • 8. NicolePaola  |  15. 5. 2014 um 7.13

    Meine Mutti nimmt immer Essig anstatt Zitrone.
    Sie kocht immer einen grooooooßen Pott voll für die ganze Familie!

    Antwort
    • 9. scholli2000  |  13. 11. 2014 um 11.38

      Ich nehme an, dass meine Oma auch eher Essig verwendet hat. In der tiefen Eifel wachsen ja keine Zitronen. :-)

      Antwort
  • 10. Karl Schulz  |  26. 1. 2017 um 3.01

    So ein Schwachsinn. Scholli2000 – ein Schwätzer. Tut als hätte er Ahnung und ignoriert jegliche Grundregeln selbst einfachster Hausfrauenküche. Das ist echt originell: Halbherzig und ohne Leidenschaft ein Kochbuchrezept abschreiben und dann das Internet damit vollschieren. Mensch, hol dir einfach ’ne Pizza. Man möge fragen, warum ich eigentlich auf dieser Seite bin. Ja, weil google nicht zwischen Blödsinn und Intelligenz unterscheidet.

    Antwort
    • 11. scholli2000  |  23. 3. 2017 um 12.50

      Lieber Karl,

      es tut mir leid, dass du enttäuscht von meinem sechseinhalb Jahre alten Blogbeitrag bist. Ich kann dir nur versichern, dass ich nicht ein einziges Rezept in diesem Blog aus einem Kochbuch abgeschrieben habe, das sollte man merken. Außerdem habe ich den Eindruck, dass du das Konzept des Indiekochens noch nicht verstanden hast – ich habe nie so getan, als ob ich Ahnung hätte! Indiekochen vereint vielmehr Blödsinn und Intelligenz auf unnachahmliche Weise. Dein Kommentar gehört natürlich dazu.

      Dein
      Scholli2000

      PS: Sorry für die späte Freischaltung deines Kommentars, ich bin nicht mehr so oft hier.

      Antwort

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