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Original Kaiserschmarrn nach Piefke-Art

Kaiserschmarrn in der Pfanne

Foto: Scholli2000

Den Wanderurlaub in Österreich hätte ich als Teenager ohne ihn bestimmt nicht mitgemacht: Belohnungskaiserschmarrn bei der Pause auf der Hütte. Heute bin ich zwar weder gewandert noch Teenager, aber als Belohnung für einen unmenschlich harten Arbeitstag taugt er immer noch.

Das Rezept enthält ausnahmsweise Mengenangaben, weil man hier nicht allzu independent vorgehen sollte, wenn man einen handfesten Nostalgieflash erzielen will.

  • Eine gute Handvoll Rosinen mindestens zwei Stunden in Rum ziehen lassen.
  • 6 Eier trennen.
  • Das Eiweiß mit ein bisschen Zucker und Zitronensaft steif schlagen. Das Ergebnis nennt sich Eischnee.
  • Das Eigelb mit 350g Mehl, etwa 1/2 l Milch, 50g Zucker (oder selbstgemachtem Vanillezucker) und einer Prise Salz zu einem Teig verrühren.
  • 50 g geschmolzene und abgekühlte Butter unterrühren.
  • Den Eischnee vorsichtig unter den Teig heben.
  • Die folgenden Schritte wiederholen, bis der Teig alle alle ist:
  • Den Teig in eine mittelheiße gebutterte Pfanne gießen, so dass er etwa 1cm hoch in der Pfanne steht.
  • Nach etwa 3 Minuten kann der zu einem Pfannkuchen gewordene Teig gewendet werden. (Super beim Schmarrn: es ist total egal, wenn der Pfannkuchen beim Wenden kaputtgeht!)
  • Mit zwei zupffähigen Geräten wird das Ganze in kleine Stücke zerrissen. Ich habe einen Pfannwender und einen Holzlöffel genommen.
  • (Puder-)Zucker drüber, dabei kann man einen Teil karamellisieren lassen (s. Foto)

Ich habe statt des häufig verwendeten Puderzuckers Kristallzucker über den Schmarrn gestreut, da ich das Knirschen beim Essen ganz lecker finde. Auch schön: In der Pfanne ein bisschen Rum drüberschütten und anzünden (Feuerlöscher bereithalten).

Die angegebene Menge reicht als Hauptmahlzeit für etwa drei Personen, als Nachspeise für ungefähr drei. =)

16. 8. 2010 at 22.53 4 Kommentare

Pseudo-Sachertorte

Sachertortenversuch
Foto: Scholli2000

Wo ich gerade bei Jutta las, dass man Kuchenformen nicht braucht, die einen Kuchen unregelmäßig aufteilen, möchte ich hier den Beweis für diese Aussage liefern, den ich zufällig vor ein paar Tagen produziert habe.

Weil ich nämlich meiner vielen Eier nicht Herr wurde, hatte ich die Idee, mich ein zweites Mal an einer Sachertorte zu versuchen. Der erste Versuch hatte erst am Weißen Sonntag zu einem schmackhaften Ergebnis geführt, das aber mehr mit einem profanen trockenen Schokokuchen mit Glasur zu tun hatte, als mit der gewünschten Wiener Spezialität.

Nun, mein diesmaliges Ergebnis ist wieder nicht unlecker gewesen, aber auch noch nicht perfekt. Ich glaube, dass es daran lag, dass kein Triebmittel verwendet wurde, sondern Eischnee aus 8 Eiern, den ich unter mit Zucker, Kakao und Mehl schaumig gerührtes Eigelb heben sollte. Diese Eigelbmasse war so fest, dass mit Unterheben nicht viel zu erreichen war. Wahrscheinlich hätte ich sie besser erst mit ein bisschen Wasser verflüssigt, aber der Eischnee war schon in der Schüssel und so musste ich den Handrührer zuhilfe nehmen. Tja. Handrührer sind nicht gerade behutsam, wenn es um die Wahrung der fluffigen Eischneekonsistenz geht.

Hier eine Detailaufnahme des Ergebnisses:

Detailaufnahme. Beachten Sie die Blase oben rechts. Trotz der Suboptimalität der Teigbeschaffenheit habe ich mich getraut, die Pseudosachertorte meiner Oma und einer ihrer Nachbarinnen vorzusetzen. Immerhin: sie aßen beide jeweils zwei Stücke und behaupteten, sie schmeckten.

Um aber zum Eingangsthema zurückzukommen: Habt ihr im Titelbild die innovative Stückeeinteilung der Torte bemerkt? So kann sich jeder nach Bedarf und Hunger ein großes oder kleineres Stück aussuchen. Durch das eigenwillige Aufgehverhalten wurde zudem für Abwechslung in der dritten Dimenson (Y-Achse) gesorgt.

Dazu waren keinerlei Zusatzgeräte nötig: nur ein Messer, Scholli2000s unzureichendes Symmetriegefühl und unprofessionell untergehobener Eischnee.

Individuell auf die Bedürfnisse der Esser abgestimmte Stückaufteilung Q.e.d.

13. 4. 2008 at 11.58 17 Kommentare


Scholli2000 antwortet.

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